Unternehmensbewertung bei Unternehmensnachfolge
Die Nachfolge ist eine der wichtigsten unternehmerischen Entscheidungen — und eine faire, fundierte Bewertung ist ihr Fundament. Sie ist Grundlage für Kaufpreis, Abfindung weichender Erben, steuerliche Gestaltung und die Finanzierung der Übernahme.
Der Wert entscheidet über eine faire Nachfolge.
Ob Übergabe an die nächste Generation, an Mitarbeiter (MBO) oder an externe Käufer: Der Unternehmenswert entscheidet über Kaufpreis, Fairness gegenüber weichenden Erben, steuerliche Belastung und die Finanzierbarkeit der Übernahme. Eine nachvollziehbare, vor Dritten belastbare Bewertung schafft Vertrauen — und verhindert Konflikte, bevor sie entstehen.
Was die Bewertung leisten muss.
Der Anlass „Nachfolge" umfasst mehrere Zwecke — und der Zweck bestimmt das Wertkonzept: die Kaufpreisfindung zwischen Übergeber und Übernehmer, die Bemessung von Abfindungen weichender Gesellschafter oder Erben, die steuerliche Bemessung für Erbschaft und Schenkung sowie die Grundlage für die Finanzierung der Übernahme.
Welcher Wert bei der Nachfolge gilt.
Ein Unternehmen hat je nach Zweck unterschiedliche Werte. Für die Nachfolge sind vor allem drei Konzepte relevant:
Plausibilisierter Entscheidungswert
Der Grenzpreis aus Sicht von Übergeber oder Übernehmer — die Basis für Kauf- und Verkaufsentscheidungen und Verhandlungen.
Schiedswert / Einigungswert
Der vermittelnde Wert, wenn mehrere Parteien beteiligt sind (z. B. Geschwister, weichende Erben) — für eine faire Einigung.
Objektivierter & gemeiner Wert
Der neutrale Maßstab bei rechtlich geprägten Anlässen sowie der gemeine Wert (BewG) für die erbschaft- und schenkungsteuerliche Bemessung.
Grenzpreise & Einigungskorridor.
Bei einer Transaktion zählt der subjektive Entscheidungswert — der Grenzpreis, bis zu dem ein Kauf bzw. ab dem ein Verkauf wirtschaftlich sinnvoll ist. Er ist der individuelle, wertorientierte Maßstab jeder Partei.
Der ökonomische Nutzen, der aus einem Unternehmen gezogen werden kann — der Grenzpreis einer Partei.
Das Verhandlungsergebnis — es liegt im Einigungskorridor, selten genau auf einem Grenzpreis.
Aus Käufer- und Verkäufersicht entstehen zwei subjektive Grenzpreise: Der Verkäufer akzeptiert einen Mindestpreis — seinen Grenzpreis, unter dem er nicht verkauft. Der Käufer zahlt einen Höchstpreis — seinen Grenzpreis, über dem er nicht kauft. Dazwischen liegt der Einigungskorridor: der Bereich, in dem ein Abschluss möglich ist. Der verhandelte Preis landet irgendwo in diesem Korridor — je nach Verhandlungsmacht und Argumenten.
Subjektiver Entscheidungswert
Der reine Grenzpreis aus Sicht einer Partei — inklusive Synergien, individueller Annahmen und der jeweiligen Rolle als Käufer oder Verkäufer.
Plausibilisierter Entscheidungswert
Der nach IDW S1 plausibilisierte Grenzpreis — die belastbare, nachvollziehbare Grundlage für Verhandlung und Entscheidung.
Für jede Transaktion: den eigenen Grenzpreis kennen.
Für jede geplante Transaktion ist eine fundierte subjektive Wertermittlung zur Bestimmung des Grenzpreises empfehlenswert. IDW S1 gibt dafür — ebenso wie die IVS und andere gängige Standards — einen soliden Rahmen. IDW S1 wird häufig nur mit dem objektivierten Wert und gerichtlichen Gutachten verbunden; das greift zu kurz.
Wer den Wert nicht kennt, kann den Preis nicht verhandeln.
Eine fundierte subjektive Bewertung liefert im Rahmen der Argumentationsfunktion handfeste, nachvollziehbare Argumente für die Verhandlung — mehr als ein bloßer Multiplikator oder eine subjektive Einordnung in einer Bandbreite.
Anerkannte Bewertungsverfahren.
Welches Verfahren trägt, hängt von Unternehmen und Zweck ab — in der Regel kombiniere ich mehrere und prüfe die Ergebnisse gegeneinander.
Ertragswert & DCF
Der Wert aus den künftig erwarteten Cashflows, diskontiert mit risikoäquivalenten Kapitalkosten — nach IDW S1 bzw. als DCF.
Multiplikatorverfahren
Marktorientierte Indikation aus vergleichbaren Unternehmen und Transaktionen — zur Plausibilisierung.
Substanzwert
Bewertung über die Vermögenssubstanz — als Wertuntergrenze oder bei substanzgeprägten Gesellschaften.
So läuft die Bewertung ab.
analyze
verstehenAnlass, Zweck und Ziele klären, Zahlen, Markt und Werttreiber analysieren — die belastbare Grundlage.
strategize
bewertenWertkonzept und Verfahren festlegen, modellieren und die Ergebnisse plausibilisieren — transparent dokumentiert.
execute
absichernErgebnis als belastbares Gutachten bzw. Stellungnahme — als Grundlage für Verhandlung, Steuer und Finanzierung.
Belastbar vor Dritten.
Meine Bewertungen folgen den anerkannten Grundsätzen zur Durchführung von Unternehmensbewertungen (IDW S1) und sind als Sachverständiger für Unternehmensbewertung (Certified Valuation Analyst, CVA) methodisch fundiert, nachvollziehbar und vor Gerichten, Finanzämtern und Vertragspartnern belastbar.
Häufige Fragen zur Nachfolge-Bewertung.
Welcher Unternehmenswert gilt bei der Nachfolge?
Das hängt vom Zweck ab. Für Kauf- und Verkaufsentscheidungen ist der (plausibilisierte) Entscheidungswert maßgeblich, bei mehreren Parteien der Schiedswert; für neutrale oder steuerliche Anlässe der objektivierte Wert.
Wie wird die Abfindung weichender Erben ermittelt?
Sofern der Gesellschaftsvertrag keine abweichende Regelung vorsieht, orientiert sich die Abfindung am anteiligen Unternehmenswert — häufig als objektivierter Wert oder als vermittelnder Schiedswert, um Fairness zwischen den Parteien herzustellen.
Welche Rolle spielt der steuerliche Wert?
Für Erbschaft- und Schenkungsteuer gilt der gemeine Wert, u. a. nach dem vereinfachten Ertragswertverfahren (BewG). Er kann vom betriebswirtschaftlichen Wert abweichen — eine getrennte Betrachtung ist sinnvoll.
Wie lange dauert eine Bewertung zur Nachfolge?
Je nach Komplexität und Datenlage typischerweise wenige Wochen. Als Boutique arbeite ich persönlich und zügig — Sie sprechen direkt mit dem, der auch bewertet.
Sprechen wir über Ihre Nachfolge.
Unverbindlich, vertraulich und auf den Punkt — direkt mit dem Gründer und Inhaber.